Heute nehme ich den bald auftretenden Raupenschlupf des Eichenprozessionsspinners zum Anlass, über die Raupen dieses Nachtfalters zu berichten. Ein ganz spezieller Schädling, der uns hier in Deutschland erst in den letzten Jahren so richtig belästigt und dessen Population mancherorts schon wieder schwindet. In den 90er Jahren wurde ein vermehrtes Auftreten an Einzelbäumen festgestellt, seit der Jahrtausendwende tritt auch ein flächendeckender Befall von ganzen Eichenwäldern auf.

Wenn die letzten Maitage gezählt sind, laufen die Raupen des Eichenprozessionsspinners an den Stämmen der Eichen entlang zu ihren Nestern. Man fragt sich natürlich was kann da überhaupt passieren, wenn man die Raupen anfasst? Wo genau lauert die Gefahr?
Bild: © Albrecht E. Arnold / pixelio.de
Die Haare und die Gespinste der kleinen Raupe sind am gefährlichsten, sie enthalten ein Gift. Wenn der Mensch diese winzigen Härchen oder die Gespinste berührt, können unter Umständen allergische Reaktionen ausgelöst werden. Bei ganz besonders empfindlichen Menschen kann ein allergischer Schock die Folge von Berührungen der Raupen sein. Juckreiz ist wohl noch eine der harmlosesten allergischen Reaktionen. Auch Atembeschwerden werden in der Literatur als Symptome im Zusammenhang mit Eichenprozessionsspinnern genannt. Durch den Wind werden die winzigen Härchen manchmal über weite Strecken getragen und können deshalb auch leicht eingeatmet werden. Im Gegensatz zum Schaden für die Menschen ist der Schaden für die befallenen Eichen nur sehr begrenzt. Wenn die Raupen ihre Nester verlassen, erholen sich die Eichenbäume rasch von dem Befall. Der Mensch sollte jeden Kontakt sowohl mit den Larven als auch mit deren Gespinsten vermeiden.
In Gebieten mit hohem Befallsdruck wird bereits durch die Behörden aufgeklärt, gewarnt und informiert, wo sich befallene Bestände befinden. Erkennbar ist die Raupe der Eichenprozessionsspinner durch seine markante blau-schwarze Färbung. Der Körper kann zu einer Länge von 35 mm mit langen hellen Haaren heranwachsen. Ein typisches Attribut ist der „prozessionsartige“ Aufstieg vieler Raupen in die Höhen der Bäume. Daher rührt auch der Name dieser Insekten. Einzeln treten die Raupen nicht auf. Wer Raupen entdeckt, sollte schnell die Behörden informieren, damit gezielte Bekämpfungsmaßnahmen eingeleitet werden können.
Wer Hautkontakt mit den giftigen Haaren der Eichenprozessionsspinner Raupen hatte, und danach juckende rötliche Hautausschläge bekommt, sollte gleich einen Arzt aufsuchen. Als weitere Symptome können beim Einatmen der Härchen auch Atembeschwerden, Husten und Halsschmerzen auftreten. Nach dem Kontakt mit den Raupen wird eine gründliche Körperreinigung unter der Dusche empfohlen. Die Kleidung sollte im hohen Temperaturbereich gewaschen werden.
Besonders gefährdet sind Personen, die sich oft und lange in Befallsgebieten aufhalten. Das sind insbesondere auch Waldarbeiter oder private Brennholz-Selbstwerber. Aber auch die Bewohner nahe am Eichenwald gelegener Häuser sind betroffen.
Rein biologische Schädlingsbekämpfungsmittel können dazu eingesetzt werden, um die Larven abzutöten. Speziell dazu gezüchtete Bakterien werden versprüht und schaden nur den Raupen, aber nicht den Bäumen oder den Menschen. Natürliche Feinde haben die Raupen kaum. Sie werden zwar von Vögeln wie dem Kuckuck verzehrt, die Verzehrrate ist aber so gering, dass daraus kein positiver Effekt entsteht.
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12 Jul 2011
Nolde
Schade, warum lese ich diese Seite erst jetzt? Mir wäre viel Juckreiz und viele Arztbesuche erspart geblieben wenn ich früher über diese Eichenprozessionsspinner gelesen hätte. Eine ganze Woche war ich krank davon. Vorsicht und Warnung für alle.
21 May 2011
Jörch
Hütet Euche vor den Raupenhaaren, ich empfehle es eindringlich. Mein Juckreiz hat drei Tage angehalten, ich konnte damit nicht mehr arbeiten. Nur ein Arm war befallen, aber der juckte wie Tier. Und Ihr wisst ja, Juckreiz ist schlimmer als Schmerz.
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