Brennholz und Kamin, Wald und Holz Journal
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Erlenholz: Die Erle ist ein guter Brennholz-Lieferant

von Administrator (admin) am 20 Mar 2011

Erlenholz ist weder bekannt, noch beliebt bei den Freunden der offenen Kamine oder Kaminöfen. Die Gründe liegen nicht auf der Hand, ich kann es nur vermuten: Zum Ersten ist Erlenholz nicht sehr bekannt, und was der Bauer nicht kennt, frisst er bekanntlich nicht. Zum Zweiten hat Erlenholz einen Heizwert, der etwas unter dem des Birkenholzes liegt. Der Heizwert der Erle liegt bei 1520 kwh/rm, die Trockenmasse liegt bei 480 kg/m³, es zählt somit zum Weichholz. 

Die zwei Gründe reichen mir aber nicht, das Erlenholz nur deshalb zu verschmähen, ich machte mich auf den Weg, etwas mehr über Preis und Leistung des Erlenbrennholzes zu erfahren. Im Jahre 2004 verbrachte ich einige Zeit damit, herauszufinden, wo Erlen wachsen, wie und wo man preisgünstig Erlenholz beschaffen kann, und ob es zum Verbrennen im Kaminofen geeignet ist.

Wo wachsen Erlen?

Zunächst musste ich herausfinden, wo Erlen überhaupt wachsen. Das war nicht schwer! Wenn man die Niederungen durchkämmt, sieht man an Gräben und kleinen Flüsschen entlang kilometerweise Anpflanzungen von Erlen. Nach einigen Recherchen kam dann zutage, dass die Erlen von den Deichverbänden als Uferschutz angepflanzt und auch regelmäßig geschnitten werden. Eine Baumfällgenehmigung ist zum Fällen von Erlen die als Uferbefestigung dienen, meist nicht erforderlich. Der weitere Weg Erlen als Uferbefestigungan Erlenholz zu kommen, war nicht schwer: Im Abstand von 7-10 Jahren werden die Erlen "auf Stock gesetzt", wie es in der Fachsprache heißt. „Da muss doch ranzukommen sein, wenn die Erlen ihre Häupter lassen müssen“, dachte ich nach. Die nächste Zeit wurde damit verbracht, die Niederungen abzufahren und zu beobachten, wo gerade Erlen geschnitten werden. Auch das auszumachen war kein Problem, denn Freunde, Bauern wie Jäger wurden beauftragt, ihre Ohren und Augen offen zuhalten. Schließlich hatte ich Erfolg und konnte einige Raummeter Erlenholz preisgünstig erwerben.

Erlenholz spalten, stapeln und trocknen

Die Stämme hatten einen Durchmesser von maximal 20 cm, deshalb mach ich machte ich mir nicht mal die Mühe, meinen Holzspalter aus dem Schuppen zu holen. Das Stammholz der Erlen lässt sich problemlos Sägen und Spalten. Alles wurde von Hand gespalten undErlenholz schlussendlich zu sieben Raummetern gestapelt. Die Erlen waren noch nicht sehr alt, hatten eine glatte Rinde und ließen sich angenehm stapeln.
Zwei Jahre lang habe ich meinen neuen Brennstoff dann trocknen lassen, um danach loszulegen mit dem verfeuern der Erlen. Die glatte Rinde der Erle hat den Vorteil, dass weder beim Stapeln noch beim Transport ins Wohnzimmer Dreck anfällt. Rundum zufrieden war ich auch mit dem Abbrand, dem Ascheanfall und der Brenndauer des Erlenbrennholzes. Eine ganze Saison habe ich mit den sieben Raummetern heizen können, bis es aufgebraucht war. Der Verbrauch lag in dieser besagten Heizperiode bei nur knapp einem Raummeter mehr, als ich im dem vorangegangenen Jahr mit Buchenholz verheizt hatte.

Erlen vermehren

Wer Erlen vermehren möchte, um in seinem Wald oder auf einem Brachgrundstück Erlenholz zu produzieren, kann das sehr leicht Selbst ausprobieren. Man schneidet sich den Austrieb von Erlenbäumen ca. einen Meter lang ab, und lässt die Zweige zwei bis drei Wochen in einen Eimer Wasser stehen. Nach zwei Wochen bilden sich schon die ersten Wurzeln, nach drei Wochen kann man die Stecklinge einpflanzen. Der geeignete Zeitpunkt ist kurz vor dem Austrieb, so etwa Mitte März.
Manchmal gelingt es auch, die Äste direkt und ohne Bewurzelung in den Waldboden zu stecken. Wenn der Boden feucht genug ist, hat man meistens Erfolg mit dieser Methode. Nach ca. 10 Jahren kann man dann das erste Erlenholz ernten und gegebenenfalls zu Brennholz verarbeiten.

Zusammenfassung:

Erlenholz ist ein preisgünstiges Brennholz. Erlen sind sommergrüne Laubgewächse und werden vielerorts an Gewässerrändern, Gräben und Feuchtbiotopen angepflanzt und regelmäßig geschnitten. Wer Erlenholz günstig beschaffen kann, dem kann ich nur ans Herz legen, diesen Brennstoff mal zu testen, besonders dann, wenn die Brennholzpreise für Hartholz ins unermessliche steigen. Die Erle ist ein preiswerter und guter Brennholz Produzent. Ich verwette einen Raummeter Buchenholz darauf, dass Sie es nicht bereuen werden.

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Kommentare

13 Mar 2012

Brennholz Journal Support

Liebe Frau Holz, vielen Dank für Ihren Beitrag.
Auf dem Foto ist es vermutlich nicht sehr genau zu erkennen, es handelt sich aber definitiv um Erlen, die der Uferbefestigung eines Wassergrabens dienen. Es sind keine Weiden, die dort austreiben.

Im jungen Stadium haben Erlen eine glatte Rinde, erst später wird diese Rinde gröber und borkig.

28 Feb 2012

Frau Holz

Hallo lieber Admin,

was mich an dem Artikel stört, ist die Erle mit glatter Rinde und das Bild. Das Bild zeigt nämlich Weide. Erle hat keine glatte Rinde, die Rinde von Erle (Schwarzerle) ähnelt eher der von Nadelholz (Borke). Nunja, was auch immer, Weide brennt ja auch ...
Erle ist übrigens ein Birkengewächs und wächst nicht unbedingt am oder im Wasser, sondern in besonders sumpfigen Gebieten in der Nähe von Seen - hier am Niederrhein z.B. Unterbacher See in Düsseldorf und Schwarze Heide bei Hünxe.
Okay, Frau Holz kennt sich aus, sie betreibt ja auch die Seite www.gutes-holz.de - wie passend, dass wir gerade auch Erle Stammholz vermarkten. Auch bei facebook sind wir zu finden :) gutes-holz.de

30 Jan 2012

Brennholz-Journal Support

Hallo Baumbart,
es gibt sicherlich jede Menge Quellen, wo man die Brennwerte auch von Erlenholz nachlesen kann. Beispielsweise in Wikipedia. Eine wissenschaftlich belegte Quelle ist mir aber nicht bekannt.

30 Jan 2012

Baumbart

Hallo Erlen-Heizer,
woher kommen denn die Werte (1520 kWh/rm bzw, 480 kg/m²)? Gibt es dazu eine Quelle?
Gruß
Baumbart

12 Dec 2011

Brennholz Journal Support

Hallo Robert,
bevor Du Deinen Erlenwald zu Brennholz machst, klopf doch erst die andere Seite ab und versuch mal, über die Sägewerke Dein Erlenholz zu vermarkten. Wenn das klappt, ist der Erlös in jedem Fall höher, als wenn Du aus den Erlen Brennholz machst.
Gruß Klaus

12 Dec 2011

robert

Ich habe zuhause 2h wald mit sehr viel erlenbestend manche schnur gerade ohne äste und 70 cm durchmesser.
keine ahnung ob ich sie zu brennholz machen soll.

30 Jul 2011

B. Nottenkamp

Danke für den tollen Artikel. Ich weiß, wieviel Arbeit dahinter steckt. Besonders die endlose Tipperei dauert lange.

22 Jul 2011

Möbelschreiner

Möbel aus Erlenholz sind momentan sehr angesagt. Bitte verheizt das gute Erlenholz nicht nur, sondern lasst euren Möbelschreiner mal ran. Er schreinert aus dem Holz schöne Tische oder Bänke.

28 Jun 2011

Solei

Letzten Winter verheizte ich in meinem Kamin fünf Raummeter Erlenholz. Das Holz verursachte zwar eine vermehrte Aschebildung, ich war dennoch sehr zufrieden.

03 Apr 2011

Admin

Hallo Herr Sommerfeld,
natürlich ist der Brennwert von Erlenholz etwas niedriger als der von Eichen- und Buchenholz. Ich habe auch nie etwas anderes behauptet. Mein Lieblingsholz ist und bleibt Buchenholz.

Mein Gedanke bei diesem Artikel war nur, die Preis-Leistungsfähigkeit von Erlenholz darzustellen. In der Öffentlichkeit hat Erlenholz keine große Bedeutung und wird deshalb vielmals recht preisgünstig oder umsonst angeboten. Und wenn ich es dann preisgünstig bekommen kann, schlage ich zu. In dem Fall ist dann der Brennwert nicht mehr alleinentscheidend, sondern der Preis spielt eine größere Rolle.

Wenn ich eine Rechnung aufmache, in der ich für Buchenstammholz 35 EUR/RM bezahlen muss und für Erlenholz 10 EUR pro RM, dann kann ich im Kopf schon ausrechnen, dass ich mich für Erlenholz entscheiden werde, obwohl der Brennwert der Erle wesentlich niedriger liegt. Eine Rechnung über den Brennwert erübrigt sich dann bei dem Verhältnis der Preise.

03 Apr 2011

Sommerfeld

Die Heizkraft von Erlenholz ist unbestritten niedriger als die der anderen Harthölzer wie Eiche oder Buche. Auch wenn du die Erle bis in den Himmel lobst. Das kann man in allen Tabellen für Heizwerte und Brennwerte für verschiedene Brennholzarten nachlesen.

 


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