Brennholz und Kamin, Wald und Holz Journal
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Holzspalter selber bauen - 5 Gründe, warum ein Eigenbau sich nicht lohnt

von Administrator (admin) am 24 Dec 2011

Vor längerer Zeit habe ich in einem meiner Artikel den Eigenbau eines Holzspalters beschrieben. Dort habe ich aufgeführt, welche Teile man benötigt und welches Know-How zum Eigenbau erforderlich ist.

Auch die Komponenten für die Hydraulik wurden aufgezählt und beschrieben. Auch bei Finner Engineering findet man übrigens brauchbare Bauanleitungen für Holzspalter.

Wer sich nicht schlüssig ist, ob ein Eigenbau, oder ein fertiger Holzspalter infrage kommt, der sollte zunächst diesen Bericht studieren und danach pro und kontra Holzspalter selber bauen abwägen. 

In diesem Artikel möchte ich 5 Gründe anführen, warum es sich in vielen Fällen nicht lohnt, einen Holzspalter selber zu bauen.

 

  1. Know-HowHolzspalter Zeichnung

Den weitaus wichtigsten Punkt, dass Thema „Know-How“ habe ich bewusst an den Anfang des Artikels gestellt. Besitzen Sie das nötige Know-How zum Eigenbau eines Holzspalters?

Über folgende Dinge sollten Sie verfügen oder zumindest Zugriff darauf haben, um einen Holzspalter selber bauen zu können:
 

    • Schweißgerät Elektro oder Schutzgasschweißgerät MIG/WIG?

    • Kleinwerkzeug, Schraubenschlüssel, Schraubendreher, Gewindeschneider

    • Winkelschleifer Groß und Klein

    • Berechnung der Hydraulik-Komponenten

    • Statische Berechnung des Grundrahmens

Weiterhin sollten Sie mindestens Grundkenntnisse im Metallbau besitzen und schweißen können. Besitzen Sie die oben genannten Werkzeuge und können Sie damit umgehen? Oder haben Sie Zugriff auf jemanden, der Ihnen bei dem ein oder anderen Punkt behilflich sein kann, der Ihnen die Hydraulik berechnet oder beim Schweißen zur Seite steht? Ja? Dann streichen Sie Punkt 1 kontra Holzspalter selber bauen! 

Tipp:

Markus Keck, ein von mir geschätzter Hydraulikfachmann hat ein tolles Tool zur Berechnung von Hydraulikkomponenten entwickelt und stellt es auf seiner Webseite zur Nutzung bereit: www.mein-woodworking.de/hydrauliktool.html 

 

  1. Unfallverhütung und Arbeitsschutz

Moderne Holzspalter, die in Deutschland industriell hergestellt werden, entsprechen fast ausnahmslos den aktuellen Unfallverhütungsvorschriften. Selbst importierte Holzspalter aus dem Ausland müssen den Kriterien des Arbeitsschutzes entsprechen. Stellen Sie sich selbst die Frage ob Ihr selbst gebauter Spalter den aktuellen Richtlinien der Arbeits- oder Unfallverhütungsvorschriften entspricht?

Sind Sie gewerblich tätig und beschäftigen Sie Mitarbeiter? Dann fragen Sie sich ebenfalls, ob der selbst gebaute Holzspalter auch in den Augen der Berufsgenossenschaft sicher genug ist, bevor sich irgendwann ein Mitarbeiter verletzt.

Können Sie sicherstellen, dass Ihr selbst gebauter Holzspalter den gängigen Vorschriften entspricht?

Dann können Sie auch den Grund 2 Kontra Holzspalter Eigenbau durchstreichen. 

 

  1. Kosten zu hoch

Stellt man sich die Frage, warum man einen Holzspalter selber bauen möchte, kommt meist der Faktor Kosten ins Spiel. Bei vielen steckt noch der Aspekt im Hinterkopf „alles, was ich selber baue ist, billiger“. Aber ist das wirklich so? Ich habe die Kosten der wichtigsten Komponenten für einen 12-15 Tonnen Selbstbau-Holzspalter zusammengefasst, sehen Sie selbst.

 

    • Hydraulikpumpe 150 Euro

    • Hydraulikzylinder 280 Euro

    • Steuergerät 160 Euro

    • Hydrauliköltank 150 Euro

    • Doppel –T- Eisenträger 150 Euro

    • Metallstreben, Rahmenteile und Räder 200 Euro

    • Elektromotor 7,5 KW 290 Euro

    • Verbindungskupplung vom Motor zur Hydraulikpumpe 35,00 Euro

    • Hydraulikschläuche und Kupplungen 150 Euro

    • Farbe 10 Euro

    • Schrauben und Kleinmaterial 50 Euro

 

An reinen Materialkosten sind wir hier schon bei 1625 Euro angelangt. Die eigene Arbeitszeit habe ich bei der Aufstellung der Kosten noch nicht berücksichtigt. 

Ein neuer 15 Tonnen HELO Holzspalter kostet im bekannten Auktionshaus nicht mal 600 Euro. Den findet man, wenn man mit dem Stichwort Holzspalter die Suche bemüht. Über die Qualität kann man vielleicht streiten, ich wollte ja auch nur ein Extrembeispiel bringen.

Selbst wenn man das Argument anführt, dass ein oder andere Eisenteil, oder den T-Träger bekommt man beim Schrotthändler viel günstiger, sind die Kosten für einen Eigenbau nicht gering.

Können Sie das Material wesentlich günstiger beschaffen, als es oben dargestellt wird?

Haben Sie vielleicht kostenlosen Zugriff auf einen Teil des Materials, weil es in der Werkstatt noch herumliegt?

Glückwunsch, dann können Sie auch den dritten Kontrapunkt streichen.

 

"Holzspalter selber bauen – der schönste Ausgleich nach der Büroarbeit"  (Unbekannt)

 

  1. Arbeitszeit

Man sollte sich darüber im Klaren sein, was man will. Will man Holz spalten oder will man Maschinen bauen? Oder ist man als Hobbymann gewillt, beides zu machen? Möchte man mit dem Brennholzverkauf sein Geld verdienen, dann kann man in der Zeit, in der man einen Holzspalter selber baut, schon eine große Menge Raummeter Brennholz spalten. Man ist hier gehalten, wirklich nachzurechnen, ob sich der Holzspalter Eigenbau wirklich lohnt. 

 

  1. Funktioniert der selbst gebaute Holzspalter wirklich?

Irgendwann kommt der Tag der Erleuchtung: Wenn Sie am Ende den selbst gebauten Holzspalter testen und es sich herausstellt, dass er nur ungenügend oder im schlimmsten Fall gar nicht funktioniert, war alle Mühe umsonst.

Woher rührt das? Als erstes am mangelnden Know-How, wie ich bereits im ersten Kapitel schrieb, zum anderen an den falschen Komponenten. Manch einer hat schon wahllos im Auktionshaus Hydraulikkomponenten gekauft, die als Ersatzteile für Holzspalter angepriesen wurden, am Ende aber völlig ungeeignet waren. Oft habe ich Hydraulikpumpen gesehen, die eine zu geringe Förderleistung hatten, oder die Elektromotoren, waren viel zu schwach für Holzspalter.

 

Fazit:
Neben einem Holzspalter werden für die Aufbereitung von Brennholz noch andere Maschinen und Werkzeuge erforderlich. Motorsäge und Schutzkleidung gehören wie die Wippsäge zur Standardausstattung. Wenn ein selbst gebauter Brennholzspalter nicht in Frage kommt oder zu teuer ist, kann man sich immer noch nach einem gebrauchten Spalter umsehen.


Noch Fragen? Anregungen? Ideen? Nicht einverstanden mit einem Punkt dieses Artikels?

Gerne können Sie unten auf der Seite Ihre Kommentare oder Anregungen hinterlassen. Es dürfen auch Argumente pro „Holzspalter selber bauen“ sein.

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Kommentare

30 Jan 2012

Johannes

habe bei finner diese Bauanleitung gekauft. bin absolut zufrieden und der Holzspalter läuft prima. dadurch, dass ich viel material selber hatte, konnte ich viel Geld sparen, und ich habe einen vernünftigen Spalter und keinen aus dem baumarkt.

02 Jan 2012

Thomas

"Ein neuer 15 Tonnen HELO Holzspalter kostet im bekannten Auktionshaus nicht mal 600 Euro"
Nur zu, sofort kaufen das Teil.
Ruhig vorher mal die Bewertungen bei Helo lesen:z.B.
Extrakosten für tel. Terminabsrache sollten bei 99€ Vers. ink. sein!! Käufer:
Mitgliedsname ********* (
25.05.11 06:11 Konversation
Antwort von ******** (25.05.11 09:43):
Tel.Avis kostet uns zusätzlich 10 Euro/Netto wiso nicht Gebüh.Teilen Unverschämt

HELO Holzspalter Brennholzspalter 15t NEU (Nr.*****)

Noch Fragen?

27 Dec 2011

Selfmade

Ist ja schon gut, einem Selfmade- Mann braucht man nicht erzählen, das es zu teuer ist, Maschinen selber zu bauen. Man kann ihn aber nicht davon abbringen.:-)) Es macht Spaß, zu tüfteln und zu probieren, auch wenn es teurer wird als der Kauf eines neuen Brennholzspalters.

 


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