Knüppelholz oder Astholz ist mehr wert, als allgemein angenommen wird. Ich habe Knüppelholz auf sein spezifisches Gewicht hin, im Unterschied zum Stammholz untersucht und bin zu einem erstaunlichen Ergebnis gekommen. Aber zunächst etwas Allgemeines zu Knüppelholz.

Knüppelholz nennt man das Holz, der Baumkronen und des Geästs der Bäume, bei dem sich das Spalten nicht lohnt. Es wird im Allgemeinen als minderwertig angesehen, weil der Aufwand der "Ernte" in keinem Verhältnis zum Nutzen steht, wenn man es streng ökonomisch betrachtet. Der private Hobby-Waldarbeiter sieht es oft anders und bewertet seinen Einsatz nicht in Heller und Pfennig und kommt deshalb oft zu einem anderen Ergebnis.
Die Astholz Aufarbeitung ist in der Tat sehr aufwendig, denn jeder Schnitt mit der Motorsäge oder mit der Wippsäge kosten Zeit und Geld. Auch die Unfallgefahren beim Aufbereiten der Baumkronen zu Brennholz sind nicht zu unterschätzen. Schnell stolpert man im dichten Gestrüpp der liegenden Baumkronen, stürzt und verletzt sich.
Die Profis rücken und entasten die Laubbäume mit Kran und Seilwinde. Die Bäume werden mit der Seilwinde auf einen Weg gezogen und dann mit dem Kran angehoben. So erhält man eine Arbeitsposition, bei der man das Astholz ohne Mühe aufarbeiten kann. Leider bleibt diese Möglichkeit fast nur den Profis mit der richtigen Ausrüstung vorbehalten. Wichtig bei der Waldarbeit bleibt immer der Grundsatz: Niemals alleine im Wald arbeiten!

Oft sieht man bei Waldspaziergängen, dass von den gefällten Bäumen nur der Stamm verwertet worden ist, und die Kronen im Wald verbleiben und an Ort und Stelle verrotten. Wer den Aufwand nicht scheut, kann beim Förster ein Flächenlos kaufen und das Knüppelholz aufarbeiten.
Abgesehen vom Arbeitsaufwand steht das Knüppelholz dem Stammholz vom Heizwert nichts nach. Im Gegenteil: Der Heizwert von Knüppelholz liegt über dem des Stammholzes, weil das Astholz viel Dichter gewachsen ist, als das Stammholz. Ich habe das Selbst in einem Experiment nachvollziehen können, indem ich exakt gleich große Stammholz- und Astholz-Abschnitte gesägt und anschließend nachgewogen habe. Der Gewichtsunterschied vom Knüppelholz zum Stammholz war zwar gering, das Knüppelholz wog aber beim gleichen Trocknungsgrad immerhin rund 8 % mehr. Nun mal ehrlich... auch wenn es aufwändiger ist, warum nicht mitnehmen, wenn es eh im Weg rumliegt?
Vorschau
Womit geht es weiter im Brennholz Journal?
In einer meiner nächsten Artikel werde ich beschreiben, wie man kostenlos eine Brennholz Ausschreibung bei My Hammer verfasst und in welchen Portalen diese dann ins Netz gestellt wird.
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18 Dec 2011
Sikkenhorst
Schade nur dass Privatleute kaum noch Chancen haben vom Förster ein Flächenlos zu bekommen.
Deshalb bleibt das Knüppelholz meist ungenutzt im Wald liegen. Schade drum
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