Brennholz und Kamin, Wald und Holz Journal
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Weshalb ist ofenfertiges Brennholz zur Zeit so günstig?

von Administrator (admin) am 14 Dec 2011

Ofenfertiges Brennholz wird vielerorts sehr günstig angeboten. Zu billig? Warum die Brennholzpreise steigen müssten ...

 

Na ja, die Überschrift ist etwas reißerisch, aber ich will in diesem Artikel versuchen zu erläutern, warum Brennholz oft viel zu günstig verkauft wird.

Der für Deutschland aktuelle durchschnittliche Brennholzpreis für hartes Brennholz lag im November bei EUR 78,46 pro Schüttraummeter frei Haus. Viel zu teuer, sagen die Einen, viel zu günstig sagen die Anderen.
Im Verlauf des Artikels wird klar, warum dieser Preis viel zu günstig ist.

Brennholz-Deutschland hat in dieser Pressemeldung zwar einen weitaus geringeren durchschnittlichen Brennholzpreis herausgegeben, allerdings wird mir nicht klar, für welches Raummaß dieser Preis berechnet wurde. Schade eigentlich, aber hier scheinen die Angaben zu fehlen, ob es sich um Raummeter oder Schüttraummeter-Preise handelt. Darüber hinaus finde ich auch keine Angaben darüber, ob die Lieferung frei Haus erfolgt, oder noch zusätzliche Lieferkosten anfallen.Brennholzpreise

Bei meinen monatlichen Preisermittlungen für den Brenntix-Brennholz-Preisindex frage ich grundsätzlich durchschnittliche Schüttraummeterpreise für trockenes, hartes Brennholz mit einer Scheitlänge von 33 cm frei Haus (bis 15 km) geliefert ab. Die monatlich aktualisierten Preise finden Sie aufbereitet als Tabelle oder Chart auf der Brenntix-Webseite.

 

Im Osten: Brennholz zu verschenken

Bei meinen monatlichen Recherchen nach aktuellen Brennholzpreisen stoße ich oft auf besonders preiswerte Angebote für Brennholz. So fand ich kürzlich ein Angebot für gemischtes Hartholz bei einem Brennholzhändler in Ostdeutschland. Dort wurde gemischtes Buchenholz und Eichenholz regelrecht verschenkt. Für einen Schüttraummeter Hartholz wurde ein Preis von 49,50 Euro nachgefragt.

Von Ausverkauf oder Sommerpreisen stand nichts auf der Webseite, die Mehrwertsteuer wurde ebenfalls ausgewiesen, also sollte es sich um ein seriöses Angebot handeln. Ich kenne Händler aus vielen anderen Bundesländern, die können für diesen Preis nicht mal ihr Stammholz einkaufen. Wie der Händler in Ostdeutschland seine Preise kalkuliert, ist mir schleierhaft, vielleicht wurde einfach nur Umsatz mit Gewinn vertauscht?

Wie kann man sonst Brennholz so günstig anbieten?

 

Drückt der Schwarzmarkt die Brennholzpreise?

Der Schwarzhändler kann es aber noch etwas günstigerer. Man ist als Blogger ja ziemlich neugierig und hört gerne und oft die Flöhe husten. Ich horche im Verwandten- und Bekanntenkreis ständig nach, welche Preise denn für ofenfertiges Brennholz bezahlt werden. Die Freunde plaudern dann Preise aus, die oft unter 50 EUR pro Schüttraummeter liegen. Wenn ich dann nachfrage, ob die Rechnung denn auch Mehrwertsteuer enthält, kommt schnell die Frage zurück „Welche Rechnung?“  Ein Schelm, wer hier gleich an Schwarzhandel denkt. 

 

Welche Kosten entstehen dem Brennholzhändler?

Sieht man mal von dem obigen Schnäppchen aus Ostdeutschland ab, so halte ich  auch den aktuellen Durchschnittspreis für Hart-Brennholz von EUR 78,46 für ziemlich günstig.

Buchen- oder Eichen Stammholz kostet momentan rund 45-55 Euro pro Raummeter frei Haus geliefert. Rechnet man in Schüttraummeter um, sind das rund 35 Euro pro Schüttraummeter, nasses Stammholz. Das Holz muss nun nur noch gesägt, gespalten, gestapelt, getrocknet, aufgeladen und zum Kunden transportiert werden. Ach ja, beim Kunden abladen kommt auch noch hinzu.

Ich nehme nun den aktuellen durchschnittlichen Brennholzpreis von 78,46 EUR als Berechnungsgrundlage, ziehe davon 35 EUR für Stammholzkosten pro Schüttraummeter ab, dann noch 5 EUR für die Transportkosten zum Kunden, bleiben erst mal rund 38 Euro übrig. Allein der Weg für den Transport zum Kunden und zurück dauert im Durchschnitt oft eine Stunde, hinzu kommt noch die Zeit fürs Abladen.

 

Arbeitslohn, Finanzamt und Maschinen

Von den oben übrig gebliebenen 38 Euro ziehe ich nun noch moderate 10,00 Euro Arbeitslohn pro Schüttraummeter ab. Es verbleibt ein Betrag von 28,00 EUR. Von diesen 28,00 Euro muss das Brennholz gesägt und gespaltet werden, dazu müssen teure Maschinen angeschafft werden, die von Arbeitskräften bedient werden müssen. Eine Lagerhalle muss her um das Brennholz zu stapeln und zu trocknen. Anschließend wieder vom Stapel auf den Anhänger und zum Kunden.

Das Finanzamt langt auch noch kräftig hin, je nach Steuersatz landen schnell 30 % vom Gewinn beim Fiskus.

Da frage ich mich allen Ernstes, ob die Brennholzhändler noch Geld rauszahlen, damit sie Ihren Kunden preiswertes Brennholz anbieten können? 

Die Ausgangsfrage bleibt: Warum ist ein Schüttraummeter ofenfertiges Brennholz so günstig? Ich kann rechnen, wie ich will, erst ab einem Verkaufspreis von rund 100,00 EUR pro Schüttraummeter komme ich auf einen halbwegs grünen Zweig.

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Kommentare

02 Jan 2012

Kamin-Geier

Und ich dachte schon die Stammholzpreise sind gefallen.
Unsere Händer im Kreis bieten ofenfertiges Brennholz zum Preis unter dem des Vorjahres. Im letzten Dezember kaufte ich drei Ster für 276 Euro, nun kostet der Ster beim gleichen Händler nur noch 90 Euro. Echt günstig.

 


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