Brennholz und Kamin, Wald und Holz Journal
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Die Holzfeuchte im Kaminholz ermitteln

von Administrator (admin) am 09 Sep 2009

Brennholz ist ein natürlicher Brennstoff und sollte wenn möglich auch in der Natur getrocknet werden. Um den optimalen Heizwert aus dem Kaminholz erzeugen zu können, muß Ihr Kaminholz richtig getrocknet werden und eine optimale Holzfeuchte haben. Optimal heißt zwischen 10% und 18%; eine maximale Restfeuchtigkeit von 21% kann noch toleriert werden. Eine minimale Restfeuchtigkeit von 10% sollte allerdings nicht unterschritten werden, weil die Holzsubstanz im Kamin-Ofen sonst zu schnell verbrennt.

Merke:

Je geringer die Holzfeuchte im Brennholz, desto höher ist die Energieausbeute.

 

Wie lange sollte Brennholz zum trocknen lagern?

Die ganze Welt spricht davon, Hartholz mindestens zwei bis drei Jahre zu lagern, um eine endgültige Restfeuchte von unter 20% zu erreichen. Das ist mir viel zu pauschal und tatsächlich hängt es von vielen Faktoren ab, nach welcher Zeit die Trocknung abgeschlossen ist.
In einem meiner Versuche habe ich im Dezember frisch geschlagenes Buchenholz mit einer durchschnittlichen Scheitgröße von 10-12 cm in eine Gitterbox geschüttet und mit etwas Abstand nur von oben mit einem Wellblech abgedeckt. Die Gitterbox habe ich dann von allen Seiten frei, an eine luftige Stelle gestellt, damit der Wind von allen Seiten ungehindert hindurch ziehen konnte.Kaminholz mit geringer Restfeuchte dur Lagerung in der Gitterbox
Die Holzfeuchte habe ich einmal Ende August und einmal im Oktober des darauffolgenden Jahres gemessen. Hierzu habe ich jeweils drei verschiedene Holzscheite gespalten und im mittleren Segment der Scheite die Feuchtigkeit gemessen. Im August hatte ich ein durchschnittliches Ergebnis von 19% und im Oktober ein durchschnittliches Ergebnis von 21% Restfeuchte. Man sieht an diesem Experiment, das ein luftiges, regengeschütztes Lagern des Brennholzes eine schnelle Trocknung herbeiführt.
Dieses Experiment ist natürlich nicht wissenschaftlich fundiert, man sieht aber .....es geht doch!

Wie misst man die Holzfeuchte im Brennholz?

Es gibt im Brennholzhandel zwei unterschiedliche Möglichkeiten die Holzfeuchte zu messen. Zum einen mit der Darr-Methode oder auch Darrprobe genannt, zum anderen mit handelsüblichen Holzfeuchtemeßgeräten, die es im Versandhandel schon für unter 100 EUR zu kaufen gibt.
Bei der Darr-Methode, bei der das Darrgewicht des Holzes ermittelt wird, benötigt man einen so genannten Darrofen (Dörrofen) , ein handelsüblicher Backofen tut aber seine Dienste hier auch. Ebenfalls wird eine genaue (Brief) Waage benötigt.

Für alle die kein geeignetes Holzfeuchte-Messgerät zur Hand haben, erkläre ich nun die Darr-Methode.
 

Holzfeuchte mit der Darrprobe ermitteln

Die Darrprobe ist neben der elektrischen Widerstandsmessung mit Holzfeuchte-Messgeräten eine sehr genaue Messmethode zur Bestimmung der Holzfeuchte, die auch oft in Laboratorien eingesetzt wird. Die genaue Methodik des Prüfverfahrens ist in DIN 1048 Teil 5 festgeschrieben. Der Masseverlust beim Erhitzen des Prüfguts ergibt nach untenstehender Umrechnung den Feuchtigkeitsgehalt.

Das Nassgewicht wird mit dem Darrgewicht nach untenstehender Formel ins Verhältnis gesetzt. Als Ergebnis erhält man die relative Holzfeuchte in %. 

(Nassgewicht - Darrgewicht)    
----------------------------------   x 100 = Holzfeuchte in %
Darrgewicht    

 

 

 

 

Durchführung der Darrprobe

Zunächst wird der Darrofen auf die erforderliche Temperatur von 105 °C aufgeheizt.
Aus drei verschiedenen Holzscheiten wird eine Probe mit ca. 5x5 cm bis 10x10 cm herausgesägt.
Die Schnittstellen sollen durch den Sägevorgang nicht erheblich erwärmt werden, da die Meßergebnisse sonst verfälscht werden. Die drei verschiedenen Holzquader werden nun auf einer genauen Briefwaage gewogen um dadurch das Nassgewicht jeder einzelnen Holzprobe zu ermitteln.
Nun legt man die Holzquader zum trocknen in den Darrofen. Nach drei Stunden nimmt man die Holzstücke aus dem Ofen und notiert wiederum das Gewicht. Diese Prozedur wird jetzt so lange stündlich wiederholt, bis keine Gewichtsveränderung mehr ansteht. Das zuletzt gemessene Gewicht ist nun das Darrgewicht, auch Trockengewicht.
Mit der obenstehenden Formel kann jetzt die Restfeuchte im Holz ermittelt werden. Addiert man die drei errechneten Ergebnisse und dividiert dass Ergebnis durch drei, erhält man die durchschnittliche Holzfeuchtigkeit.

Beispiel:

Die erste Holzprobe hat ein Nassgewicht von 250 Gramm. Die Trockenprobe / Darrprobe ergibt ein Gewicht von 210 Gramm. Setzt man nun die Gewichte in die obenstehende Formel ein, ergibt sich eine Holzfeuchte im Holz von ca 19%. So verfährt man nun mit allen drei Proben, bildet den Durchschnitt und fertig.

Demnächst hier: > Darrproben-Rechner zur Ermittlung der Holzfeuchte

Zum Thema Bestimmung des Wassergehaltes im Brennholz gibt es beim TFZ Bayern eine interessante Broschüre.

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Kommentare

16 Sep 2011

Brennholz Journal Support

Das ist nicht nur Theorie, sondern auch Praxis. In einem Test habe ich genau eine Festmeter frisches Buchenholz gewogen. Das Gewicht betrug 1,06 Tonnen, also schwerer als Wasser.
Normalerweise dürfte es dann nicht im Wasser schwimmen, tut es aber trotzdem.

16 Sep 2011

Lothar

Ich habe in meinem vorherigen Kommentar einen kleinen Fehler eingebaut. Das Holz ist natürlich noch da. Also keine 100% verlust, sondern "nur" über 50%.

Gruß Lothar

16 Sep 2011

Lothar

Spät aber ich hoffe nicht zu spät.
Was mache ich wenn ich über 100% Gewichtsverlust beim rocknen habe? Das ergibt in meinem Fall eine relative holzfeuchte von 102%.!???

18 Mar 2011

Admin

Hallo Holger,
ja, das ist sehr wichtig, das man sich die Zusammenhänge klarmacht, um die Unterschiede zwischen Holzfeuchte und Wasseranteil im Holz zu verstehen. Ich werde den Artikel demnächst überarbeiten und diese Thematik in einem separaten Kapitel erläutern.
Vielen Dank für den Hinweis.
Klaus

18 Mar 2011

Holger

Es sollte auf den Zusammenhang Wasseranteil und Restfeuchte hingewiesen werden.
Hat z.B. 1Kg Holz hat einen Wasseranteil von 20%
bedeutet 0,8Kg Holz u.0,2Kg Wasser
0,2/0,8= 1/4= 25% relative Restfeuchte.

Die handelsüblichen Messgeräte messen nicht den Wassergehalt sondern die relative Restfeuchte.

28 Feb 2011

admin

Das Nassgewicht ist das Gewicht, was zum jetzigen Zeitpunkt vorliegt, egal wie lange das Holz schon gelegen hat.
Wenn das Holz schon trocken ist, verliert es im Darrofen halt kein, bzw. nur noch minimales Gewicht.

28 Feb 2011

Rudi Hertenberger

jedoch wie gehe ich mit der Darrmethode vor, wenn ich Holzscheite habe, die ein halbes Jahr alt sind, und mir somit das Nassgewicht nicht bekannt ist?
Ist dies nicht die gängige Situation, vor der man steht?
Gruß R.H.

17 Jan 2011

admin

Ja, das ist korrekt so Stefan!

Oswald kann ja ein konkretes Beispiel posten, dann sehen wir weiter.

17 Jan 2011

Stefan

es muss schon x100% sein sonst würde man kein Ergebnis in % erhalten.

14 Jan 2011

admin

Hallo,
die Zahl "100" in der Formel stellt keine Prozentangabe dar, sondern lediglich einen Faktor zur Umrechnung.
Nur das Rechenergebnis aus der Formel ergibt eine Prozentangabe.
Trotzdem enthält die Formel einen Fehler, den ich gleich verbessert habe. Der Subtrahend und der Minuend in der oberen Zeile sollten in Klammern stehen, weil die Aussage "Punktrechnung vor Strichrechnung" sonst ein falsches Ergebnis liefern würde.

14 Jan 2011

Oswald

Ich dachte die 100 % stehen für das nasse Holz. Daraus würde eine Holzfeuchte von 16 % resultieren,
Liege ich falsch?
Grüße aus Kärnten

 


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